Fachkraft für Arbeitssicherheit

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist eine speziell ausgebildete Person, die zusammen mit einem Betriebsarzt Unternehmen oder Behörden ab einem Beschäftigten bei Aufgaben unterstützt, die sich aus der Umsetzung der EG-Rahmenrichtlinie 89/391/EWG ergeben.
Die Abkürzung in Deutschland lautet Sifa.
Je nach Berufsgenossenschaft und Gewerbe werden wegen der begrifflichen Überschneidung mit den Sicherheitsfachkräften des Bewachungsgewerbes und der „Sicherheitsfachkraft für Informationsschutz und Unternehmenssicherheit“ auch die Abkürzungen FASi und gelegentlich FAS verwendet.
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Inhalte und Aufbau der FASI-Ausbildung

 

 

Struktur der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit

 

Auf der Grundlage des Fachaufsichtsschreibens des BMA vom 29.12.1997 haben sich die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften auf folgendes Referenzmodell verständigt:

 

Ausbildungsstufe I

 

Vermittlung von grundlegender fachlich-inhaltlicher, methodischer und sozialer Kompetenz.

 

Die Ausbildungsstufe I beginnt mit der einwöchigen Präsenzphase I (P I). Daran schließt sich die Selbstlernphase I und die Lernerfolgskontrolle 1 (LEK 1) an. Das Bestehen der LEK 1 ist Voraussetzung für die Fortführung der Ausbildungsstufe I mit der einwöchigen Präsenzphase II (P II) und der daran anschließenden Selbstlernphase II. Die darauf folgende zweiwöchige Präsenzphase III (P III) schließt die Ausbildungsstufe I ab und führt in die vertiefende Ausbildungsstufe II ein.

 

Ausbildungsstufe II

 

Vertiefung der Komponenten der vorangegangenen Ausbildungsstufe insbesondere durch Bearbeitung von Fallbeispielen

 

Die Ausbildungsstufe II beginnt mit der Selbstlernphase III. Darauf folgt ein Praktikum von maximal 8 Wochen Dauer. Über das Praktikum wird in der Lernerfolgskontrolle 2 (LEK 2) eine Studienarbeit verfasst, die in der anschließenden einwöchigen Präsenzphase IV (P IV) präsentiert werden soll. Die abschließende Lernerfolgskontrolle 3 (LEK 3) besteht aus einem Vortrag über die Studienarbeit mit anschließender Diskussion.

 

Ausbildungsstufe III

 

Erweiterung der Kenntnisse um branchenspezifische Aspekte

 

Bestandteile der Ausbildungsstufe III sind die branchenspezifische einwöchige

 

Präsenzphase V (P V) und die letzte Lernerfolgskontrolle 4 (LEK 4). Die genauen Inhalte der Ausbildungsstufe III werden von der für den Teilnehmer zuständigen Berufsgenossenschaft (BG) festgelegt.

 

Präsenz- und Selbstlernphasen mit Praktikum

 

Präsenzphasen

 

Die fünf Präsenzphasen werden in der Regel als Vollzeit-Wochenlehrgänge durchgeführt, in denen vorwiegend Handlungs- und Methodenkompetenz vermittelt wird.

 

Selbstlernphasen

 

Zwischen den Präsenzphasen sind drei Selbstlernphasen zum Selbststudium vorgesehen.

 

Hier wird vorwiegend Fachkompetenz (Fachwissen zum Arbeitsschutz) vermittelt.

 

Die Teilnehmer erhalten dazu eine interaktive Lernsoftware auf CD-Rom. Die Inhalte der Präsenz- und Selbstlernphasen sind miteinander verknüpft bzw. bauen aufeinander auf. Es ist daher zwingend erforderlich, dass der Teilnehmer die Lernsoftware bis zur nächsten Präsenzphase durcharbeitet.

 

Auch wenn diese Phase Selbstlernphase genannt wird, betreibt der Ausbildungsträger eine Hotline, die den Teilnehmern Fragen zur Nutzung der Lernsoftware beantwortet. Bei branchenspezifischen Fachfragen kann sich der Teilnehmer an den zuständigen, technischen Aufsichtsbeamten seiner Berufsgenossenschaft vor Ort wenden.

 

Praktikum

 

Im Rahmen der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASI-Ausbildung) ist ein Praktikum mit einer konkreten Praktikumsaufgabe, vorzugsweise im eigenen Unternehmen, zu absolvieren. Das Praktikum folgt auf die Selbstlernphase III und soll die Dauer von 8 Wochen nicht übersteigen. Hierüber ist ein Praktikumsbericht als LEK 2 zu verfassen.

 

 

Teilnahmevoraussetzungen

An der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit können teilnehmen:

  • Ingenieure, die berechtigt sind, die Berufsbezeichnung Ingenieur zu führen oder einen Bachelor- oder Masterabschluss der Studienrichtung Ingenieurwissenschaften erworben haben und danach eine praktische Tätigkeit in diesem Beruf mindestens zwei Jahre lang ausgeübt haben.
  • Staatlich anerkannte Techniker, die die Prüfung erfolgreich abgelegt haben und danach eine praktische Tätigkeit als Techniker mindestens zwei Jahre lang ausgeübt haben.
  • Meister, die die Prüfung erfolgreich abgelegt haben und danach eine praktische Tätigkeit als Meister mindestens zwei Jahre lang ausgeübt haben.

Quelle: BFGA München und  BGHM Mainz